Bauland hinter Drosselweg + Meisenweg

Der unselige „Rosa Haken“
Was hat es mit dem „Rosa Haken“ auf sich?

Schuld daran ist die Fortschreibung des Regionalplans der Region München 14. Die CSU-Mehrheit im Gemeinderat Krailling hat in diesem Zusammenhang 2017 einen Streifen hinter (nördlich) dem Drosselweg und westlich des Meisenwegs genehmigt, der aus dem regionalen Grünzug herausgenommen werden wird („Flächendarstellung des Regionalen Grünzug soll entfallen“), damit, wie das Gemeinderatsmitglied Herr Siebler (CSU) während der öffentlichen Sitzung wörtlich sagte, „die Gemeinde Luft zum Atmen“ habe.
Auf gut Deutsch: Damit man dort in Zukunft neues Bauland ausweisen kann!
Unter der Hand wurde schon seitens der „Rosa Haken“-Befürworter der Wunsch vernommen, die Enkel sollten dort bauen können…

Schon klar, nicht jetzt gleich, jetzt steht erst mal das „Seniorenwohnen“ am Caritas-Altenheim „Maria Eich“ an.
Danach lässt man eine Weile Gras über die Dinge wachsen, und dann kommt der „Rosa Haken“ eines schönen Tages auf die Tagesordnung im Gemeinderat.
Dies sei reine Spekulation, heißt es.
Nun ja, mag sein, aber… wozu dann der „Rosa Haken“?
Wir werden es in den kommenden Jahren sehen.
Wenn dem nicht so ist, wenn die „Rosa Haken“-Bauland-Pläne fest verschlossen bleiben, umso besser!

Die Gemeinde Krailling braucht ihre Naherholungsflächen zur Erholung und als Spender für gute, saubere
„Luft zum Atmen“
und nicht als Bauland!

Hier das Kartenmaterial zum „Rosa Haken“:
http://www.bi-bannwald-krailling.de/wp-content/uploads/Karte-Fortschreibung-Regionalplan-Rosa-Haken-2017-Baumstandortkarte.pdf
In der Gemeinderatssitzung wurde eine Vergrößerung der an die Wand projezierte Karte verweigert und es wurde keine Antwort gegeben auf Nachfragen, wo genau dieser „rosa Haken“ liege und wie breit er sei. Er sei nicht flächenscharf und nicht parzellenscharf. Aber wenn man die Karte betrachtet, kann der Haken nur eines sein: Eine neue, beidseitig bebaute Straße hinter dem Meisenweg und dem Drosselweg!
Was dies für den Wald, die Natur und seltene Arten bedeuten würde, wenn der „Rosa Haken“ realisiert würde, sieht man an der hinter der Karte mit dem „Rosa Haken“ angefügten Baumstandortkarte. Oberflächlich betrachtet, ist der Bereich eine Fichtenaufforstung nach dem Orkan „Wiebke“ von 1990. Doch in dem Bereich nordwestlich des Meisenwegs gibt es jede Menge alter Eichen mit einem Brusthöhendurchmesser über 60 cm, sogar über 80 cm, die den Orkan damals überstanden haben. Auch eine wundervolle alte Buche mit einem BHD über 80 cm!
Geopfert würde auch ein guter Teil der Sperberweg-Wiese.

All diese Bereiche sind ein wertvoller Lebensraum für Vögel, Fledermäuse und Insekten!
Dies alles würde bei einer Realisierung des „Rosa Hakens“ umgesägt, plattgemacht, zubetoniert, vernichtet!

Hier die materialreiche, informative Stellungnahme des BUND Naturschutz (Dr. Christine Marggraf) zur Fortschreibung des Regionalplans:
https://starnberg.bund-naturschutz.de/fileadmin/kreisgruppen/starnberg/downloads/OG-Krailling/Stellungnahme_BN_DrMargraf_RL-RP-14_Gr%C3%BCnz%C3%BCge_Fortschreibung_22-05-2017.pdf

In der Fortschreibung des Regionalplans soll an vielen Stellen der Regionale Grünzug zurückgenommen werden. Besonders informativ und immer noch aktuell ist Anhang 1 der Stellungnahme des BN, ein Text von 2016, zu den Regionalen Grünzügen.
„Uns sind keine Kommunen bekannt, deren nachhaltige Entwicklung durch Grünzüge derart gehemmt wären, dass zwingend (!) eine Aufweichung der Grünzüge nötig wäre. Grenzen des Wachstums sind anzuerkennen. Grünzüge sind eine solche zentrale Grenze des Wachstums.“ (S.10)

Zu den Erweiterungsvorschlägen für Krailling, die der Gemeinderat mehrheitlich begrüßt hat, hat die Fachabteilung des BN (Dr. Christine Marggraf) die Stellungnahme des Vereins HeideAchse e.V. , verfasst von Frau Maximiliane Mehringer, übernommen, was für die Qualität der Stellungnahmen von Frau Mehringer spricht.
https://starnberg.bund-naturschutz.de/fileadmin/kreisgruppen/starnberg/downloads/OG-Krailling/Stellungnahme_HeideAchse_Fortschreibung_RP_mit_KartenAnhang.pdf


Hier für Interessierte offizielle Informationen zum Regionalplan:
http://www.region-muenchen.com/regionalplan/    


Fotos aus dem „Rosa Haken“:

Laubwald mit Eichen westlich der Rudolf-von-Hirsch-Straße

Blindschleiche auf der Sperberweg-Wiese

Der im Gras gut getarnte Grünspecht ist ein häufiger Gast auf der Sperberweg-Wiese, hier mit den herrlichen zwei landschaftsprägenden Methusalem-Eichen im Hintergrund:

Im hohlen, herabgefallenen Ast einer vormals landschaftsprägenden alten Biotop-Birke steckt ein Hornissennest, das Einflugloch war ein Spechtloch. Sonst bekommt man das nie so gut zu Gesicht!

Zur besseren Sichtbarkeit neben das Spechtloch gelegte Stücke des Hornissen-Nests, die auf dem Boden lagen.

Herrliche Biotop-Baumveteran-Buche im „Rosa Haken“ nordwestlich des Meisenwegs

alle Fotos: Silvia Roelcke